Er hat seinen Beruf gewechselt, weil ihm das Wasser abhandenkam. In den Sümpfen um Comacchio und Ravenna apportierte der Lagotto einst Wasservögel. Als die Feuchtgebiete trockengelegt und zu Ackerland wurden, suchte er mit seiner Nase etwas anderes: Trüffel. Heute ist er laut FCI-Standard ausdrücklich ein Trüffelhund.
| FCI | Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde), Sektion 3 Wasserhunde, Standard Nr. 298, Arbeitsprüfung fakultativ |
|---|---|
| Ursprungsland | Italien |
| Größe (Widerrist) | Rüden 43 bis 48 cm, Hündinnen 41 bis 46 cm, Toleranz plus oder minus 1 cm |
| Gewicht | Rüden 13 bis 16 kg, Hündinnen 11 bis 14 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | wollig, an der Oberfläche etwas rau, enge ringförmige Locken mit sichtbarer, wasserdichter Unterwolle |
| Farben laut Standard | einfarbig Grauweiß, Weiß mit braunen oder orangen Flecken, Orange- und Braunschimmel, Braun in verschiedenen Tönen (auch Zobel) oder Orange, jeweils mit oder ohne Weiß; braune Maske und lohfarbene Abzeichen erlaubt; kein Schwarz |
Herkunft
Die FCI hat ihn 2005 endgültig anerkannt. Im September 2026 ist ein überarbeiteter Standard in Kraft getreten, die englische Fassung stammt vom 2. Oktober 2026. Größe, Gewicht und Farben sind gleich geblieben, neu sind vor allem genauere Proportionen und kürzere Vorgaben für die Schur. Die deutsche Übersetzung von 2019 ist damit veraltet.
Wesen
Laut Standard ist er folgsam, genügsam, aufgeweckt, liebevoll, seinem Menschen sehr verbunden und leicht auszubilden, dazu ein sehr guter Begleiter und ein ausgezeichneter Wachhund. Sein früherer Jagdinstinkt wurde durch Auslese verändert, damit ihn Wildgeruch bei der Trüffelsuche nicht ablenkt. Im Alltag heißt das: Er meldet Besuch zuverlässig, ist aber meist gut ansprechbar.
Bewegung und Beschäftigung
Seine Stärke ist die Nase. Suchspiele, Mantrailing oder echte Trüffelkurse fordern ihn mehr als reines Rennen. Rund anderthalb Stunden Bewegung am Tag, davon ein Teil mit Kopfarbeit, machen ihn zu einem ausgeglichenen Begleiter. Wasser mag er bis heute.
Pflege
Das Lockenfell haart wenig, verfilzt aber, weil es weiterwächst. Der Standard verlangt, Verfilzungen regelmäßig zu entfernen, und begrenzt das geschorene Fell auf zwei bis drei Zentimeter. Aufgeföhnt wie beim Pudel wird er ausdrücklich nicht. Plane Bürsten jede Woche und mehrmals im Jahr eine Schur ein.
Gesundheit
In der schwedischen Röntgenauswertung von 2.448 jungen Lagotti hatten 30,1 Prozent eine Hüftdysplasie ab Grad C (Engdahl et al. 2026). Zwei Erbkrankheiten sind rassetypisch. Bei der gutartigen familiären Jugendepilepsie beginnen die Anfälle mit 5 bis 9 Wochen und enden meist bis zur 13. Lebenswoche (Jokinen et al. 2007). Eine Speicherkrankheit des Nervensystems mit fortschreitender Gangunsicherheit geht auf eine Veränderung im ATG4D-Gen zurück, für die es einen Gentest gibt (Kyöstilä et al. 2015). Frag nach Hüftbefunden und Gentests der Eltern.
Für wen passt der Lagotto Romagnolo?
Für Familien und Einsteiger, die gern draußen mit dem Hund arbeiten und die Fellpflege als festen Termin einplanen.
Für wen eher nicht?
Für Menschen, die keinen Hund bürsten wollen, und für alle, die einen stillen Hund ohne Meldeverhalten suchen.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 298 Lagotto Romagnolo (fci.be, englische Fassung vom 02.10.2026, gültiger Standard publiziert 08.09.2026; zum Vergleich deutsche Fassung vom 11.10.2019); Engdahl K et al., Prevalence of hip and elbow dysplasia in young adult dogs in Sweden, Veterinary Record 2026; Jokinen TS et al., Benign familial juvenile epilepsy in Lagotto Romagnolo dogs, Journal of Veterinary Internal Medicine 2007; Kyöstilä K et al., A missense change in the ATG4D gene links aberrant autophagy to a neurodegenerative vacuolar storage disease, PLoS Genetics 2015.
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