Sein Name ist eine Flurbezeichnung. Die Erstzüchterin Ilse Schleifenbaum wohnte laut FCI-Standard bei Siegen, nahe der Gemarkung „krom Fohr“, auf Hochdeutsch „krumme Furche“. Aus diesem Acker wurde eine der jüngsten deutschen Hunderassen.
| FCI | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 10 Kromfohrländer, Standard Nr. 192, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Deutschland |
| Größe (Widerrist) | 38 bis 46 cm |
| Gewicht | Rüden 11 bis 16 kg, Hündinnen 9 bis 14 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | zwei Varietäten: Rauhhaar dicht und rau mit Bart, Glatthaar dicht und weich ohne Bart, jeweils am Rücken bis 7 cm, mit kurzer, weicher Unterwolle |
| Farben laut Standard | Grundfarbe Weiß mit hellbraunen, rotbraunen bis dunkelbraunen Flecken oder Sattel, am Kopf braune Abzeichen mit weißer Blesse |
Foxterrier trifft Griffon
Seine Stammeltern sind laut Standard der drahthaarige Foxterrier und der Grand Griffon Vendéen, ihnen verdankt er Wesen, Temperament und Charakter. International anerkannt ist er seit 1955, als eigene Sektion in Gruppe 9. Eine Auswertung von 5.527 Ahnentafeln zeigt, wie schmal der Anfang war: Auf die Gründung 1945 folgten zwei Engpässe, einer durch strenge Auslese in einer sehr kleinen Population, einer durch rigoroses Vorgehen gegen Krankheiten (Wellmann und Pfeiffer 2009).
Ein Begleithund mit Terrierfunken
Anpassungsfähig, lernfähig und temperamentvoll beschreibt ihn der Standard, Fremden gegenüber zurückhaltend und mit geringem Jagdtrieb. Aggressivität und Ängstlichkeit sind unerwünscht. Er hängt an seinen Menschen und will mitmachen statt nur mitlaufen. Sein Gangwerk nennt der Standard springfreudig, Agility, Tricks und Nasenspiele liegen ihm deshalb gut. Mit ein bis zwei Stunden Bewegung täglich und etwas Kopfarbeit ist er zufrieden.
Rau oder glatt: was das Fell braucht
Beim Rauhhaar ist das Haar auf dem Rücken härter als an den Seiten, im Gesicht wächst ein Bart. Das Glatthaar liegt weich an, Ohren, Brust und Rute tragen längeres Haar. Beide Varietäten kommen mit ein- bis zweimal Bürsten pro Woche gut aus. Den Bart nach dem Fressen kurz auszuwischen, erspart Gerüche.
Kleiner Genpool, bekannte Baustellen
Eine Zahl zur Lebenserwartung haben wir nicht gefunden, in der großen britischen Auswertung von McMillan et al. 2024 fehlte die Rasse. Zwei Erbkrankheiten sind dafür gut untersucht. Bei der von-Willebrand-Krankheit Typ 1 gerinnt das Blut schlechter. Von 87 getesteten Kromfohrländern trugen 80,5 % die zugehörige Genvariante, 21 % zeigten Blutungsanzeichen, bei den reinerbigen Trägern 45,5 % (Segert et al. 2019). Vor einer Operation lohnt deshalb ein Gerinnungstest. Die erbliche Ballen-Hyperkeratose lässt die Pfotenballen stark verhornen. Sie wird rezessiv vererbt, die Ursache ist eine Variante im Gen FAM83G, die bei allen untersuchten Hunden genau zum Krankheitsbild passte (Drögemüller et al. 2014). Frag beim Züchter nach beiden Testergebnissen der Elterntiere.
Für wen der Kromfohrländer gemacht ist
Für Einsteiger, Familien und Paare, die einen mittelgroßen, lernwilligen Hund suchen, der überall dabei ist und beim Spaziergang selten dem Wild nachjagt.
Wann du lieber weitersuchst
Wenn der Hund oft allein bleiben müsste, wenn du einen Wachhund mit Schärfe suchst oder keine Geduld hast, auf einen passenden Wurf zu warten. Die Rasse ist selten, Welpen gibt es nicht auf Zuruf.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 192 Kromfohrländer (fci.be, deutsche Originalfassung vom 12.10.1998); FCI-Rassenseite (fci.be); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Wellmann R, Pfeiffer I, Pedigree analysis for conservation of genetic diversity and purging, Genetics Research 2009; Segert JH et al., vWDI is inherited in an autosomal dominant manner with incomplete penetrance, in the Kromfohrländer breed, Canine Genetics and Epidemiology 2019; Drögemüller M et al., A mutation in the FAM83G gene in dogs with hereditary footpad hyperkeratosis (HFH), PLoS Genetics 2014.
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