Sein Name zeigt auf eine Insel, die vielleicht gar nicht gemeint ist. Laut FCI-Standard geht „maltais“ auf das semitische Wort „màlat“ zurück, das Zuflucht oder Hafen bedeutet. Die Vorfahren des Maltesers lebten in den Häfen des zentralen Mittelmeers und jagten dort Mäuse und Ratten in Lagerhäusern und Schiffsbäuchen. Heute wiegt er drei bis vier Kilo und trägt ein Fell, das bis zum Boden fällt.
| FCI | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen, Standard Nr. 65, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | mittleres Mittelmeergebiet, Patronat Italien |
| Größe (Widerrist) | Rüden 21 bis 25 cm, Hündinnen 20 bis 23 cm |
| Gewicht | 3 bis 4 kg |
| Lebenserwartung | Median 13,1 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024) |
| Fell | lang, dicht, glänzend und seidig, ganz glatt, ohne Unterwolle |
| Farben laut Standard | reines Weiß, helle Elfenbeintönung zulässig; blasse Orangeschattierung wird toleriert, ist aber unerwünscht |
Herkunft
Schon Aristoteles erwähnt laut Standard kleine Hunde, die er „canes malitenses“ nennt. Im antiken Rom begleitete der Malteser wohlhabende Frauen, auf Gemälden der Renaissance sitzt er in den Salons der Zeit. Die FCI führt ihn bei den Bichons, das Patronat liegt bei Italien.
Wesen
Lebhaft, zärtlich, sehr entspannt und sehr intelligent: Mit diesen vier Worten fasst ihn der Standard zusammen. Er hängt eng an seinen Menschen und lernt gern, wenn Training freundlich und kurz bleibt. Klein heißt nicht erziehungsfrei. Auch ein Malteser braucht Regeln, sonst bestimmt er den Alltag.
Bewegung und Beschäftigung
Ein bis zwei schöne Runden am Tag, Suchspiele in der Wohnung und kleine Tricks machen ihn zufrieden. Er kommt gern überallhin mit. Viele Stunden allein sind dagegen nichts für einen so menschenbezogenen Hund.
Pflege
Hier liegt die eigentliche Arbeit. Das Haar soll laut Standard am Körper länger sein als die Widerristhöhe und glatt zum Boden fallen. Ohne tägliches Bürsten verfilzt es. Viele Halter lassen es kürzer schneiden, das senkt den Aufwand deutlich. Augenpartie sauber halten und die Zähne früh ans Putzen gewöhnen.
Gesundheit
Mit einem Median von 13,1 Jahren gehört der Malteser in der Auswertung von McMillan und Kollegen zu den langlebigeren Rassen. Ein Thema verdient trotzdem Aufmerksamkeit: Eine Studie mit 1.121 Fällen aus 13 englischen Überweisungskliniken fand für Malteser eine 20,5-fache Chance auf eine Meningoenzephalitis unbekannter Ursache, also eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, verglichen mit Mischlingen (Choi et al. 2025). Eine hohe Chance heißt nicht, dass die meisten Malteser erkranken. Krampfanfälle, Kopfschiefhaltung oder plötzliche Wesensänderung gehören aber sofort in die Tierarztpraxis.
Für wen passt der Malteser?
Für Menschen, die viel zu Hause sind, einen kleinen, anhänglichen Begleiter suchen und Fellpflege als gemeinsames Ritual mögen. Auch Ersthalter kommen gut mit ihm zurecht.
Für wen eher nicht?
Für alle, die Bürsten lästig finden, und für Familien mit sehr kleinen Kindern, die mit einem Hund von drei Kilo noch nicht vorsichtig umgehen können.
Wie viel Zeit das Fell wirklich kostet, steht im ausführlichen Rasseportrait zum Malteser. Ob er zu deinem Alltag passt, zeigt dir der Rasse-Test, gründlicher noch unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Für den Start mit Welpe gibt es das kostenlose Welpen-Startpaket. Deinen Malteser als Bild findest du bei den Hundeportraits, etwa als Poster im Holzrahmen oder als digitales Kunstwerk zum Sofort-Download.
Weiterlesen
- Malteser: Charakter ja, die Fellpflege ist der Vollzeitjob
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 65 Malteser (fci.be, Fassung vom 18.01.2018); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Choi Y et al., Meningoencephalitis of unknown origin in dogs under veterinary referral care in England (2017-2021): a multicenter case control study, Frontiers in Veterinary Science 2025.
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