Sein Name erzählt eine Geschichte, die so nicht stimmt. Laut FCI-Standard hat die tabakbraune Havanna-Farbe vieler dieser Hunde dazu verleitet, die kubanische Hauptstadt für seinen Ursprungsort zu halten. Tatsächlich hat sich die Familie im westlichen Mittelmeerraum entwickelt. Kuba ist trotzdem sein offizielles Ursprungsland, und überlebt hat die Rasse am Ende in den USA.
| FCI | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen, Standard Nr. 250, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Kuba |
| Größe (Widerrist) | 23 bis 27 cm, Toleranz 21 bis 29 cm |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | Median 14,5 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024); Stichprobe mit nur 56 verstorbenen Havanesern |
| Fell | sehr langes, weiches Deckhaar (12 bis 18 cm), glatt oder gewellt, Unterwolle schwach oder fehlend |
| Farben laut Standard | selten reinweiß, falbfarben in verschiedenen Tönungen, schwarz, havannabraun, tabakfarben, rötlichbraun; Flecken und Brand in diesen Farben zulässig |
Herkunft
Der Standard beschreibt eine Rasse, die entlang der spanischen und italienischen Küste entstanden ist. Italienische Kapitäne brachten diese Hunde offenbar früh nach Kuba. Dort starben die alten Blutlinien später aus, einzelne Hunde wurden jedoch herausgebracht, und ihre Nachkommen leben in den USA weiter. Die FCI führt ihn als Bichon Havanais, auf Deutsch Havaneser.
Wesen
Laut Standard ist er besonders aufgeweckt, liebevoll, fröhlich, verspielt und sogar etwas närrisch. Er liebt Kinder, spielt unentwegt mit ihnen und lässt sich leicht dazu erziehen, Besuch zu melden. Er will mitten im Familienleben sein. Alleinbleiben muss er Schritt für Schritt lernen.
Bewegung und Beschäftigung
Lange Touren braucht er nicht, tägliche Spaziergänge, Spiel und kleine Denkaufgaben schon. Tricks, Suchspiele oder etwas Hundesport machen ihm Freude. Anfängertauglich heißt nicht, dass er sich selbst beschäftigt.
Pflege
Das lange Haar ist die eigentliche Aufgabe. Der Standard verbietet für Ausstellungshunde Trimmen und jedes Kürzen mit der Schere, nur Pfoten, Stirn und Fang dürfen leicht korrigiert werden. Für deinen Familienhund heißt das: mehrmals pro Woche bis auf die Haut bürsten, sonst verfilzt das Fell.
Gesundheit
Die Norwegische Universität für Biowissenschaften hat mehrere Studien zum Havaneser veröffentlicht. Unter 1.156 norwegischen Havanesern hatten 14,5 Prozent eine Distichiasis, also fehlgestellte Wimpern, meist in milder Form (Bellamy et al. 2021). Eine zweite Untersuchung an 355 Hunden fand die Genvariante für Chondrodystrophie, die mit verkürzten und gebogenen Vorderbeinen verbunden sein kann, fast überall; der gesündere Wildtyp kam nur auf eine Allelhäufigkeit von 2,5 Prozent (Bellamy und Lingaas 2020). In einer älteren US-Auswertung von Universitätskliniken erhielten 3,2 Prozent der Havaneser die Diagnose eines angeborenen Lebershunts (Tobias und Rohrbach 2003). Frag nach Augenbefunden der Elterntiere.
Für wen passt der Havaneser?
Für Ersthalter, Familien mit Kindern und Menschen, die viel zu Hause sind und Freude an Fellpflege und gemeinsamen Spielen haben.
Für wen eher nicht?
Für alle, die einen pflegeleichten Hund suchen oder ihn regelmäßig viele Stunden allein lassen müssen.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 250 Bichon Havanais (Havaneser) (fci.be, Fassung vom 12.12.2016); Bellamy KKL et al., Heritability of distichiasis in Havanese dogs in Norway, Canine Medicine and Genetics 2021; Bellamy KKL, Lingaas F, Short and sweet: foreleg abnormalities in Havanese and the role of the FGF4 retrogene, Canine Medicine and Genetics 2020; Tobias KM, Rohrbach BW, Association of breed with the diagnosis of congenital portosystemic shunts in dogs: 2,400 cases (1980-2002), JAVMA 2003; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.
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