Ein Mischhaar namens louvard erlaubt der Standard des Grand Anglo-Français Tricolore ausdrücklich, von Wölfen steht darin kein Wort. Trotzdem fand eine Genomstudie 2025 bei zwei dieser Hunde Wolfsanteile im Erbgut. Mit dem Fell hat das nichts zu tun, aber es ist der überraschendste Befund zu dieser Rasse.
| FCI | Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.1 Große Laufhunde, Standard Nr. 322, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | 60 bis 70 cm, ohne Unterscheidung nach Geschlecht |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | kurz, mehr oder weniger kräftig |
| Farben laut Standard | dreifarbig, meist mit schwarzem Mantel oder mehr oder weniger großen schwarzen Flecken, lebhaft loh- oder kupferfarbene Abzeichen ohne Ruß; Mischhaar (louvard) nicht untersagt, starke Tüpfelung unerwünscht |
Französisch, mit englischem Einschlag
Kräftig, überwiegend französischen Ursprungs, mit einer gewissen Vornehmheit: So beschreibt ihn der Standard, und er fügt hinzu, dass man ihm die Abstammung vom Foxhound in unterschiedlichem Maß noch ansieht. Der Name sagt dasselbe. Wie der English Foxhound aussieht, zeigt sein Eintrag im Lexikon. Die FCI erkannte den Tricolore 1983 endgültig an, die deutsche Fassung ist von 1996.
Was 2025 im Erbgut auftauchte
Lin und Kollegen untersuchten in den PNAS Wolfsanteile in den Genomen vieler Hunderassen. Zwei Hunde dieser Rasse stachen heraus, mit 5,7 und 4,7 % Wolfsanteil und langen Abschnitten, die auf eine Vermischung vor rund 24 und 17 Generationen deuten. Woher sie stammt, konnten die Autoren nicht klären. Über Wesen oder Krankheiten sagt der Befund nichts aus. Gesundheitsstudien und eine Lebensdauerzahl fehlen; McMillan und Kollegen listen ihn, werten ihn aber nicht aus.
Lohfarbe ohne Ruß
Das Farbziel ist klar umrissen: drei Farben, ein schwarzer Mantel oder schwarze Flecken, dazu lebhaftes Loh oder Kupfer. Verwaschene rote Abzeichen gelten als Fehler, ebenso fleckige Depigmentierung. Die Haut ist weiß und schwarz. Seine Schwesterrassen tragen andere Farben, der Grand Anglo-Français Blanc et Noir Weiß und Schwarz, der Blanc et Orange Weiß und Orange.
Gebrauchstüchtigkeit zählt
Bemerkenswert ist, wie der Standard Fehler gewichtet: Bemängelt werden Baufehler, die die Gebrauchstüchtigkeit einschränken. Gesucht ist also ein Hund, der arbeiten kann, mit fester Rückenlinie, breiter Lende, gut herabreichender Brust und fließendem, solidem Gangwerk. Für dich heißt das: Er braucht Bewegung über Stunden, am besten mit Nasenarbeit, und eine Schleppleine im Wald.
Kurzes Haar, lange Ohren
Das kurze Fell pflegst du mit einem Gummistriegel in wenigen Minuten. Die mittellangen, breit angesetzten Ohren schaust du regelmäßig an, besonders nach Streifzügen durch Gras und Gestrüpp. Die gut behaarte Rute trägt er elegant, sie verrät dir, wie er sich gerade fühlt.
Ein Mitbewohner nur mit Aufgabe
Ein Wesenskapitel gibt es nicht, nur den Ausschluss aggressiver und übermäßig ängstlicher Hunde. Gemacht ist er für die Arbeit in der Meute, mit Artgenossen und viel Strecke. Passend ist er für jagdlich geführte Haushalte oder Menschen mit viel Zeit, Platz und Erfahrung mit Laufhunden. Für Wohnung, Anfänger und Freilauf ist er nicht gedacht. Wer ihm die Aufgabe bietet, hat einen Hund, der seine englischen und französischen Wurzeln gleichermaßen zeigt.
Ein großer Meutehund will gut überlegt sein: Der Rasse-Test zeigt dir, ob dein Alltag passt, „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“ geht die Fragen gründlich durch. Für die erste Zeit mit Welpe gibt es das Welpen-Startpaket. Drei Fellfarben vertragen ein großes Format wie das Magazin-Cover auf Leinwand, mehr Auswahl bieten die Hundeportraits.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 322 Grand Anglo-Français Tricolore (fci.be, deutsche und englische Fassung vom 18.06.1996, gültiger Originalstandard vom 27.01.1983); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse aufgeführt, aber nicht ausgewertet); Lin AT et al., A legacy of genetic entanglement with wolves shapes modern dogs, PNAS 2025.
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