Er hechelt kaum, weil er vor allem über die Pfoten schwitzt, und seine Haut fühlt sich warm an: So beschreibt ihn der FCI-Standard. Der Xoloitzcuintle, kurz Xolo, ist nackt, weil ein einziges Gen es so will. Dasselbe Gen kostet ihn meist auch Zähne.
| FCI | Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 6 Hunde vom Urtyp, Standard Nr. 234, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Mexiko |
| Größe (Widerrist) | drei Größen für Rüden und Hündinnen: Standard 46 bis 60 cm (plus 2 cm Toleranz bei optimaler Qualität), Zwischengröße 36 bis 45 cm, Miniatur 25 bis 35 cm |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | ohne Haar: Körper nackt, Haut weich und glatt, kurze Haare an Stirn, Nacken, Pfoten und Rutenspitze möglich; mit Haar: kurz, dicht, glatt, ohne Unterwolle |
| Farben laut Standard | einfarbig dunkel bevorzugt: Schwarz, Schwarzgrau, Schiefergrau, Dunkelgrau, Rötlich, Leberfarben, Bronze oder Blond, auch mit Flecken jeder Farbe einschließlich Weiß; Merle disqualifiziert |
Begleiter der Toten, Wappentier eines Verbands
Der Name stammt aus dem Nahuatl und verweist laut Standard auf den Gott Xolotl. Im vorspanischen Mexiko galt der Hund als dessen Abbild und Begleiter der Toten, sein Fleisch wurde bei Zeremonien gegessen. So wurde er fast ausgerottet. Der mexikanische Hundeverband rettete die Rasse, die FCI erkannte sie 1961 an. Dieselbe Erbanlage trägt der Peruanische Nackthund.
Leise, wachsam, nie aggressiv
Ruhig und leise, fröhlich, wachsam und intelligent, Fremden gegenüber womöglich misstrauisch: so das Wesen laut Standard, der die beiden größeren Schläge als Wachhund führt, den kleinsten als Begleiter. Besuch mustert er erst, frühe, gelassene Begegnungen mit Fremden helfen ihm. Normale Spaziergänge und Suchspiele genügen.
Ein Gen für Haut und Gebiss
Hinter der Nacktheit steckt eine Veränderung im Gen FOXI3, die er mit dem Peruanischen Nackthund und dem Chinesischen Schopfhund teilt (Drögemüller et al. 2008). Das Gen steuert auch die Zahnentwicklung. An historischen Schädeln fehlten nackten Hunden bleibende Eckzähne und Vorbackenzähne, teils Schneidezähne, die Backenzähne waren verformt (Kupczik et al. 2017). Der Standard bestraft fehlende Zähne deshalb nicht. Hunde mit doppelter Anlage wurden nie gefunden, sie gelten als im Mutterleib nicht lebensfähig (Parker et al. 2017). Trotzdem bevorzugt der Standard die Verpaarung zweier Nackthunde, rechnerisch erbt dann ein Viertel der Embryonen die Anlage doppelt. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingt Körperteile fehlen oder untauglich sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.
Haut ohne natürlichen Schutz
Ohne Fell fehlt der Haut laut Standard der Schutz vor Sonne und Wetter. UV-bedingte Hauttumoren entstehen typischerweise an spärlich behaarten Stellen, Sonnencreme mit Zinkoxid ohne Nanopartikel gilt als sicher, wenn der Hund sie kaum ableckt (Granados-Soler et al. 2026). Also Schatten, mittags drinnen, im Winter Mantel.
Wer ihm gerecht wird
Menschen, die einen ruhigen Wächter suchen, Hautpflege täglich einplanen und nach Gebiss und Haut beider Elterntiere fragen. Oft übersehen: der behaarte Xolo, der laut Standard alle 42 Zähne haben muss.
Eher nicht für dich, wenn
du einen pflegeleichten Hund für jedes Wetter möchtest oder dich gerade die nackte Haut reizt.
Vor der Entscheidung für einen Nackthund hilft dir der Rasse-Test, ausführlicher unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Schlanke Kurzhaarhunde vom Urtyp ohne dieses Gen sind etwa Cirneco dell'Etna und Pharaonenhund, mehr im Rasselexikon. Auch Tierheime und Rassehilfen vermitteln gelegentlich Xolos. Für die ersten Wochen gibt es das kostenlose Welpen-Startpaket.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 234 Xoloitzcuintle (fci.be, deutsche Fassung vom 04.10.2021, gültiger Standard publiziert 08.10.2012); Drögemüller C et al., A mutation in hairless dogs implicates FOXI3 in ectodermal development, Science 2008; Kupczik K et al., The dental phenotype of hairless dogs with FOXI3 haploinsufficiency, Scientific Reports 2017; Parker HG et al., The bald and the beautiful: hairlessness in domestic dog breeds, Phil Trans R Soc B 2017; Granados-Soler JL et al., Ultraviolet Light-Induced Skin Cancer and the Safety of Sunscreen Use in Pets, Veterinary Sciences 2026; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nicht ausgewertet); Tierschutzgesetz § 11b.
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