Hat eine Meute ein paar Tausend Kaninchen gefangen, kann es passieren, dass einzelne Hunde einfach nicht mehr jagen wollen, bis sie eine lange Pause bekommen. Für dieses Phänomen kennt der FCI-Standard sogar ein eigenes spanisches Wort: „enconillarse“. Es sagt viel über einen Hund, dessen ganzes Wesen auf die Jagd ausgelegt ist.
| FCI | Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 7 Urtyphunde zur jagdlichen Verwendung, Standard Nr. 89, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Spanien (Balearen) |
| Größe (Widerrist) | Rüden 66 bis 72 cm, Hündinnen 60 bis 67 cm; gut proportionierte Hunde nahe am Standardmaß werden akzeptiert |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | Glatthaar (kräftig, glänzend), Rauhaar (hart, sehr dicht, Bart geschätzt) oder Langhaar (weicher, mindestens 5 cm) |
| Farben laut Standard | bevorzugt Weiß und Rot, einfarbig Weiß oder einfarbig Rot; Falb nur bei außergewöhnlich guten Hunden, bei Glatthaar nicht zulässig |
Ca Eivissenc von den Inseln
Der Standard verortet die Rasse auf Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera, wo sie ursprünglich „Ca Eivissec“ hieß. Wahrscheinlich brachten Phönizier, Karthager und vielleicht Römer die Hunde dorthin. Abbildungen ähnlicher Hunde aus Pharaonengräbern datiert der Standard auf 3400 vor Christus. Aus derselben FCI-Sektion stammt sein kanarischer Verwandter, der Podenco Canario.
Jagen mit Nase und Gehör
Eingesetzt wird er vor allem zur Kaninchenjagd ohne Flinte, bei Tag und bei Nacht. Laut Standard nutzt er Geruch und Gehör mehr als die Augen. Gejagt wird in der Meute, meist aus Hündinnen mit höchstens einem Rüden, weil Rüden dabei streiten.
Ein wacher, vorsichtiger Blick
Ein eigenes Wesenskapitel hat der Standard nicht. Er beschreibt aber den Blick: intelligent, mit einem Zug von Ängstlichkeit und Misstrauen. Plane deshalb mit einem feinfühligen Hund, der Zeit braucht, bis er Fremden traut. Geduld, ruhige Konsequenz und Belohnung bringen dich bei ihm weiter als Druck.
Auslauf, Zaun und Schleppleine
Sein Galopp ist laut Standard sehr schnell und wendig. Freilauf klappt nur dort, wo kein Wild ist, und Garten oder Auslauf brauchen einen hohen, lückenlosen Zaun. Lange Spaziergänge an der Schleppleine, Fährtenarbeit und Coursing auf eingezäunten Flächen geben seinem Jagdtrieb ein Ventil.
Pflege je nach Haar
Glatthaar braucht nur ab und zu einen Gummistriegel, Rau- und Langhaar regelmäßig den Kamm. Drinnen schätzt er ein weiches Lager, bei Kälte oft einen Mantel.
Was über seine Gesundheit bekannt ist
Große Gesundheitsstudien oder eine belastbare Lebenserwartung fehlen bisher. Am besten erforscht ist die Leishmaniose des Mittelmeerraums. Auf Mallorca waren 47 Podenco Ibicenco ähnlich oft infiziert wie 45 Hunde anderer Rassen, zeigten aber häufiger eine starke zelluläre Abwehr (Burnham et al. 2020). Ein Freibrief ist das nicht: Kommt dein Hund aus Spanien, lass ihn auf Leishmanien testen. Beschrieben ist außerdem eine erbliche Nervenkrankheit, die canine Multisystemdegeneration, bei drei Hunden mit fortschreitender Gangunsicherheit (St Jean et al. 2022).
Für wen er passt
Für erfahrene Menschen mit viel Zeit draußen, einem sicher eingezäunten Grundstück und Freude an einem eigenständigen, feinfühligen Hund, der keine Kommandos auf Knopfdruck liefert.
Eher nicht für dich, wenn
Katzen oder Kaninchen im Haushalt leben, du einen Hund für jeden Freilauf willst oder lange Arbeitstage den Tag bestimmen. Dann würde er sich seine Beschäftigung selbst suchen.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 89 Podenco Ibicenco (fci.be, deutsche Fassung vom 04.02.2000); Burnham AC et al., Exploring the relationship between susceptibility to canine leishmaniosis and anti-Phlebotomus perniciosus saliva antibodies in Ibizan hounds and dogs of other breeds in Mallorca, Spain, Parasites and Vectors 2020; St Jean SC et al., Pathologic characterization of canine multiple system degeneration in the Ibizan hound, Veterinary Pathology 2022; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.
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