Zwei Rassen tragen den Namen der Picardie, und laut FCI-Standard trennt sie vor allem die Farbe. Der Picardie-Spaniel ist der braune der beiden: grau gesprenkelt mit dunkelbraunen Platten, an Kopf und Läufen meist lohfarben gezeichnet. Für diese Mischung aus Braun, Loh und Weiß kennt man in Frankreich einen eigenen Namen, Herbstlaub.
| FCI | Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 1.2 Kontinentale Vorstehhunde, Typ Spaniel, Standard Nr. 108, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | Rüden 57 bis 62 cm, Hündinnen 55 bis 60 cm; 2 cm Abweichung nach oben oder unten erlaubt, aber unerwünscht |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | dicht und nicht zu seidig, am Kopf fein, am Körper leicht gewellt, oft mit Unterwolle; Ohren mit welligem Seidenhaar, Läufe und Rute befedert |
| Farben laut Standard | grau gesprenkelt mit dunkelbraunen Platten an Körper und Rutenansatz, meist lohfarben an Kopf und Läufen (Braunschimmel mit Loh und Weiß, traditionell „Herbstlaub“); weiße oder schwarze Platten disqualifizieren |
Ein Jagdhund, der zu Hause blieb
Die abwechslungsreiche Landschaft der Picardie brachte die Jäger dort dazu, einen kräftigen, vielseitigen und großzügigen Hund zu suchen, so beginnt der Standard. Die alte Rasse wurde vor allem in ihrer Region geführt und hat sich deshalb nie weit darüber hinaus verbreitet. Inzwischen entdecken Jäger sie neu, vor allem für die Jagd auf Niederwild. Endgültig anerkannt ist sie bei der FCI seit Dezember 1954; eine deutsche Fassung des Standards gibt es nicht. Den blaugrauen Verwandten findest du im Eintrag zum Blauen Picardie-Spaniel.
Fest vor dem Wild, weich im Haus
Bei der Arbeit beschreibt ihn der Standard als fest und fröhlich im Vorstehen, mit einer Nase, die dem Wild keine Chance lässt. Zu Hause soll er anpassungsfähig, sanft und ausgeglichen sein und gut ins Familienleben passen. Ein echter Kinderfreund sei er, der bei ihren Spielen mitmacht, ohne sie zu überrennen. Die Erziehung nimmt dir das trotzdem nicht ab.
Ein Athlet will täglich raus
Der Standard nennt ihn einen sportlichen Hund, der den täglichen Auslauf braucht, um seine Energie loszuwerden. Rechne mit zwei Stunden und mehr, dazu Aufgaben für die Nase: Suchspiele, Dummyarbeit, Apportieren, gern auch aus dem Wasser. Weil er für das Aufspüren von Wild gezüchtet ist, gehört ein verlässlicher Rückruf zu den ersten Trainingszielen, und in wildreichen Gegenden bleibt die Schleppleine dein Freund.
Seidige Ohren, behaarte Pfoten
Das leicht gewellte Haar ist unkompliziert, die Befederung an Läufen, Rute und Ohren verfilzt aber, wenn niemand bürstet. Zweimal pro Woche durchkämmen reicht meist. Die langen, dicken Behänge reichen nach vorn gelegt bis zur Nasenspitze: Schau nach Spaziergängen hinein und entferne Grannen.
Was über seine Gesundheit bekannt ist
Sehr wenig, und das ehrlich gesagt. Eine Studie mit belastbaren Zahlen zu Lebenserwartung oder Erkrankungen dieser Rasse haben wir nicht gefunden; in der britischen Auswertung von McMillan und Kollegen ist er gelistet, aber nicht analysiert (McMillan et al. 2024). Der Standard schließt Vor- und Rückbiss sowie größere Zahnlücken von der Zucht aus. Bei einer so kleinen Population lohnt die Frage, wie eng die Elterntiere verwandt sind und welche Hüft- und Augenbefunde vorliegen.
Ein guter Platz für ihn
Bei Jägerinnen und Jägern für Niederwild, aber auch bei aktiven Familien, die ihm täglich Auslauf und Nasenarbeit bieten.
Weniger glücklich wird er
Als reiner Wohnungshund mit kurzen Runden, bei Menschen, die viele Stunden außer Haus sind, und bei allen, die von einem Spaniel einen kleinen Schoßhund erwarten.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 108 Epagneul Picard (Picardy Spaniel) (fci.be, englische Fassung vom 24.08.2023, gültiger Standard publiziert 08.06.2023; eine deutsche Fassung ist nicht veröffentlicht); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.
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