Der Toller hat einen ungewöhnlichen Beruf: Er lockt Enten an. Laut FCI-Standard rennt, springt und spielt er am Ufer, während der Jäger ihm Stöckchen zuwirft. Die neugierigen Enten schwimmen näher, um zu sehen, was da los ist. Danach holt der Hund die Beute aus dem Wasser.
| FCI | Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde), Sektion 1 Apportierhunde, Standard Nr. 312, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Kanada |
| Größe (Widerrist) | Idealgröße ab 18 Monaten: Rüden 48 bis 51 cm, Hündinnen 45 bis 48 cm; 2,5 cm Abweichung statthaft |
| Gewicht | Anhaltswerte: Rüden 20 bis 23 kg, Hündinnen 17 bis 20 kg |
| Lebenserwartung | Median 13,2 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden, allerdings nur 47 erfasste Todesfälle (McMillan et al. 2024) |
| Fell | wasserabweisend, doppelt, mittellang und weich mit dichter Unterwolle |
| Farben laut Standard | Schattierungen von Rot oder Orange, meist mit weißen Abzeichen an Rutenspitze, Pfoten, Brust oder als Blesse |
Herkunft
Laut Standard wurde der Toller Anfang des 19. Jahrhunderts in Neuschottland, englisch Nova Scotia, gezüchtet, um Wasserwild anzulocken und zu apportieren. Die FCI ordnet ihn bei den Apportierhunden ein, mit Arbeitsprüfung.
Wesen
Der Standard beschreibt ihn als sehr intelligent, sehr gelehrig und ausdauernd, als starken Schwimmer und verlässlichen Apportierer, mit ausgeprägtem Spieltrieb. Viele Toller wirken laut Standard etwas traurig, bis die Arbeit beginnt. Dann wechselt ihr Ausdruck zu voller Konzentration.
Bewegung und Beschäftigung
Ein Toller braucht täglich Bewegung und Arbeit für Kopf und Nase. Apportieren, Dummytraining, Schwimmen, Agility oder Obedience passen gut. Unterbeschäftigt sucht er sich eigene Aufgaben.
Pflege
Das doppelte Fell braucht ein- bis zweimal pro Woche die Bürste, im Fellwechsel öfter. Befederungen hinter den Ohren und an den Hosen verfilzen sonst.
Gesundheit
Der Median von 13,2 Jahren klingt gut, beruht aber auf nur 47 Todesfällen und ist entsprechend unsicher. Gut untersucht sind Autoimmunerkrankungen. In einer schwedischen Befragung zu 935 lebenden Tollern war bei 3,0 Prozent eine immunvermittelte rheumatische Erkrankung und bei 3,5 Prozent eine steroidempfindliche Meningitis-Arteriitis diagnostiziert worden (Nilsson et al. 2024). Eine Studie von 2026 verbindet eine Genvariante in RESF1 mit früh auftretendem Morbus Addison, betroffene Junghunde lebten im Median nur zwei Jahre (Brown et al. 2026). Frag beim Züchter offen nach Autoimmunfällen in der Linie.
Für wen passt der Toller?
Für aktive Menschen und Familien, die gern am Wasser sind, Freude an Training haben und einen mittelgroßen, verspielten Arbeitshund suchen.
Für wen eher nicht?
Für ruhige Haushalte ohne Zeit für tägliche Beschäftigung und für Menschen, die einen Hund mit wenig Arbeitswillen suchen.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 312 Nova Scotia Duck Tolling Retriever (fci.be, Fassung vom 05.02.1999); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Nilsson M et al., In sickness and health: a questionnaire based study regarding immune mediated diseases and neoplasia in Swedish Nova Scotia Duck Tolling Retrievers, Acta Veterinaria Scandinavica 2024; Brown E et al., A variant in RESF1 is associated with Addison's disease and multiple autoimmune syndrome in young Nova Scotia Duck Tolling Retrievers, Scientific Reports 2026.
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