Eine flatternde Mähne, kurz geschorene Partien und ein stolzer, forscher Gang: Für die Ausstellung verlangt der FCI-Standard beim Löwchen zwingend den Löwenschnitt. Die Figur ist alt. In der Kathedrale von Amiens aus dem 13. Jahrhundert sind laut Standard zwei steinerne Löwchen zu sehen, die genau der Rasse entsprechen.
| FCI | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen, Standard Nr. 233, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | 26 bis 32 cm, 1 cm mehr oder weniger erlaubt (keine Trennung nach Geschlecht) |
| Gewicht | ungefähr 6 kg |
| Lebenserwartung | Median 13,9 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024), darunter 143 Löwchen |
| Fell | seidig, lang, gewellt und dicht, ohne Unterwolle |
| Farben laut Standard | alle Farben und Farbkombinationen; Nase und Lefzen schwarz, bei braunem Fell dunkelbraun |
Stein, Teppich, Hofdamen
Im 15. Jahrhundert tauchte seine Silhouette auf Teppichen auf, die Hofdamen Burgunds verwöhnten ihn, Maler des 17. Jahrhunderts hielten ihn fest. Buffon beschrieb ihn im 18. Jahrhundert genau und betonte seine Seltenheit, auch Linné erwähnte ihn. Der französische Rasseclub wurde laut Standard am 18. November 1847 gegründet. Verwandt ist er mit dem Bichon Frisé und dem Bologneser.
Ein Windhundprofil im Kleinformat
Intelligent, voller Elan und robust, mit kurzem Körper, hoch getragenem Kopf und, so der Standard, windhundartiger Silhouette. Bemerkenswert sind die Ausschlussgründe: Stupsnase, hervortretende Augen, Entropium und Ektropium. Der Standard schützt das Löwchen damit ausdrücklich vor dem kurzen Gesicht, das andere Gesellschaftshunde krank macht.
Schmusig, aufmerksam, unaufgeregt
Sehr verschmust und folgsam gegenüber seinem Menschen, aufmerksam, aufnahmefähig, in allen Lagen locker und bei Bedarf ruhig und diskret: So beschreibt ihn der Standard. Sein Gang ist lebhaft und raumgreifend, längere Spaziergänge macht es gern mit. Weil es aufmerksam verfolgt, was du von ihm willst, lernt es Tricks und kleine Aufgaben mit Freude.
Löwenschnitt oder Naturhaar
Den Löwenschnitt fordert der Standard nur für die Ausstellung; die nicht rasierten Teile müssen dabei völlig natürlich bleiben. Für den Alltag kannst du das Fell auch lang lassen. Seidig und ohne Unterwolle verfilzt es trotzdem, wenn du nicht mehrmals pro Woche bürstest. Wer den Schnitt möchte, plant einen regelmäßigen Termin beim Hundefriseur ein.
Was über seine Gesundheit bekannt ist
Große Studien zum Löwchen gibt es kaum. Die 143 Löwchen bei McMillan und Kollegen erreichten im Median 13,9 Jahre, Mischlinge 12,0; ihr Risiko, früh zu sterben, lag bei 0,59 des Mischlingswerts. An den Augen ist eine generalisierte progressive Retinaatrophie (gPRA) beschrieben: Eine Studie untersuchte 2006 sieben Löwchen, sechs davon erkrankt, und schloss mehrere bekannte Kandidatengene als Ursache aus (Lippmann et al. 2006). Einen Gentest liefert diese Arbeit also nicht. Umso mehr zählt eine aktuelle Augenuntersuchung der Elterntiere.
Ein Löwchen passt zu dir, wenn
du einen fröhlichen, anhänglichen Kleinhund suchst, der gern mitkommt, auch als Ersthalter oder in einer Familie mit rücksichtsvollen Kindern, und Fellpflege nicht scheust.
Eher nicht, wenn
du einen pflegefreien Hund willst oder ihn täglich viele Stunden allein lassen musst. Ein Löwchen will nicht bewundert werden, sondern dabei sein.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 233 Petit Chien Lion (fci.be, deutsche Fassung vom 12.05.2004); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Lippmann T et al., Indirect exclusion of four candidate genes for generalized progressive retinal atrophy in several breeds of dogs, Journal of Negative Results in BioMedicine 2006.
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