Locken sind nicht gleich Locken. Für lockiges Hundehaar war lange nur eine einzige Variante im Haargen KRT71 bekannt, doch ausgerechnet dem Curly Coated Retriever fehlt sie. Er trägt eine zweite, eigene Variante, und die fand eine Forschungsgruppe bei allen 125 untersuchten Curlies (Bauer et al. 2019).
| FCI | Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde), Sektion 1 Apportierhunde, Standard Nr. 110, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Großbritannien |
| Größe (Widerrist) | Idealgröße Rüden 69 cm, Hündinnen 64 cm |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | Median 12,2 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden, darunter 152 Curly Coated Retriever (McMillan et al. 2024) |
| Fell | am Körper eine dichte Masse kleiner, fester, krauser Locken, die eng an der Haut liegen, vom Hinterhaupt bis zur Rutenspitze; ohne Unterwolle und ohne kahle Stellen; sonst glattes Haar |
| Farben laut Standard | Schwarz oder Leberbraun; alle anderen Farben unerwünscht |
Kraftvoll und mit eigenem Kopf
Der Standard verlangt einen kräftigen, aufrechten Hund mit einer gewissen Eleganz und beschreibt sein Wesen als intelligent, ruhig, zuverlässig, mutig, freundlich, selbstsicher und unabhängig. Ein Zusatz ist ehrlich: Er kann distanziert wirken. Statt jeden Gast zu bestürmen, beobachtet er oft erst einmal. Ein geschichtlicher Abriss fehlt im Standard, Ursprungsland ist Großbritannien, endgültig anerkannt hat ihn die FCI 1954.
Bringen, schwimmen, ausdauernd laufen
Gezüchtet ist er als Apportierhund, sein Gangwerk soll mühelos und kraftvoll sein, mit gutem Raumgriff. Er braucht täglich mehrere Stunden Bewegung und Kopfarbeit wie Dummytraining, Wasserarbeit, Fährten. Seine Verwandten im Lexikon sind der Flat Coated Retriever, der Labrador Retriever und der Chesapeake Bay Retriever.
Lockenpflege ohne Bürste
Ohne Unterwolle ist das Fell vergleichsweise unkompliziert. Häufiges Ausbürsten zieht die Locken allerdings auseinander und macht sie kraus. Meist reicht es, das Fell bei Bedarf nass zu machen, lose Haare mit den Fingern zu lösen und es an der Luft trocknen zu lassen. Die Ohren prüfst du nach dem Schwimmen.
Was Studien zur Gesundheit zeigen
In der britischen Langlebigkeitsstudie erreichten Curly Coated Retriever einen Median von 12,2 Jahren, Mischlinge 12,0 (McMillan et al. 2024). Am Fell zeigt sich eine rassetypische Schwäche: In einer Umfrage britischer und schwedischer Rasseclubs hatten 39 von 90 Hunden schon einmal symmetrischen, nicht juckenden Haarverlust oder krauses Fell, meist vor dem 18. Lebensmonat an Oberschenkeln, Achseln, Rücken und Hals, die Untersuchung ergab eine follikuläre Dysplasie (Bond et al. 2016). Erblich ist die Glykogenspeicherkrankheit Typ IIIa, die Leistungsschwäche und Zusammenbrüche verursacht; für sie gibt es einen Trägertest (Gregory et al. 2007). Auch die DNM1-Variante, die nach Anstrengung zum Kollaps führen kann, wurde bei Curlies gefunden (Minor et al. 2011).
Ein Curly passt, wenn
du aktiv bist, gern draußen und am Wasser arbeitest und einen selbstständigen, freundlichen Hund schätzt, der nicht nach jedermanns Aufmerksamkeit sucht. Familien mit älteren Kindern und Zeit für Training kommen gut mit ihm zurecht.
Er passt weniger, wenn
du einen Hund suchst, der ohne Training jedem gefallen will, oder wenig Zeit für Bewegung hast. Frag vor dem Kauf nach Gentests der Eltern auf GSD IIIa und DNM1 sowie nach Hüft- und Ellbogenbefunden.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 110 Curly Coated Retriever (fci.be, englische Fassung vom 06.10.2026, gültiger Standard publiziert 08.09.2026, keine deutsche Fassung); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Bauer A et al., A second KRT71 allele in curly coated dogs, Animal Genetics 2019; Bond R et al., Clinical and pathological features of hair coat abnormalities in curly coated retrievers from UK and Sweden, Journal of Small Animal Practice 2016; Gregory BL et al., Glycogen storage disease type IIIa in curly-coated retrievers, Journal of Veterinary Internal Medicine 2007; Minor KM et al., Presence and impact of the exercise-induced collapse associated DNM1 mutation in Labrador retrievers and other breeds, Veterinary Journal 2011.
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