Fast wäre diese Rasse an einem Schönheitsideal gescheitert. In den 1930er Jahren wollten Züchter beim Bourbonnaiser Vorstehhund eine verblasste Fliederfarbe und eine angeborene kurze Rute zur Pflicht machen. Die strenge Auslese bedrohte den Bestand so sehr, dass sich erst in den 1970er Jahren eine Gruppe von Züchtern daranmachte, ihn zu retten.
| FCI | Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde, Typ Braque, Standard Nr. 179, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich (Provinz Bourbonnais) |
| Größe (Widerrist) | Rüden 51 bis 57 cm, Hündinnen 48 bis 55 cm, Toleranz 1 cm nach oben und unten |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | fein, dicht und kurz, auf dem Rücken etwas gröber und manchmal etwas länger |
| Farben laut Standard | Weiß, überwiegend fein braun (früher „lie de vin“) getüpfelt oder falb gesprenkelt, auch als Schimmel; farbige Flecken nur wenige und klein; keine Spur von Schwarz |
Schon 1598 beschrieben
Der FCI-Standard verweist auf die Naturgeschichte von Ulisse Aldrovandi aus dem Jahr 1598, in der dieser Vorstehhund bereits vorkommt. Die Autoren jener Zeit schildern ihn als angenehmen Jagdbegleiter, rustikal im Aussehen und robust, mit weißem Fell voller feiner brauner oder falber Sprenkel. Benannt ist er nach der alten französischen Provinz Bourbonnais. Im Typ verwandt sind der Braque Français Typ Gascogne und der Braque d'Auvergne.
Kompakt, mit Kopf in Birnenform
Er ist mittelgroß, kräftig und neigt zu einem gedrungenen Körperbau, ohne grob zu wirken; die Hündin fällt etwas weniger stämmig und eleganter aus. Als wichtigstes Rassemerkmal nennt der Standard den Kopf in sogenannter Birnenform, nach allen Seiten gerundet, mit einem starken, an der Basis breiten Fang. Die großen Augen sind haselnussbraun oder dunkel bernsteinfarben und blicken sanft.
Zu Hause sanft, im Feld mit hoher Nase
Daheim beschreibt ihn der Standard als sanft und anhänglich. Auf der Jagd erlauben ihm Leidenschaft und Intelligenz, sich an ganz unterschiedliches Gelände und Wild anzupassen. Er nimmt die Witterung mit hoher Nase auf und steht dann nützlich und präzise vor, sein Jagdgalopp gilt als ausdauernd und geschmeidig. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind disqualifiziert. Rechne mit täglicher Arbeit im Gelände, mit Nasenaufgaben und langem Rückruftraining.
Wenig Fell, eine Frage zur Rute
Das kurze, feine Haar macht kaum Arbeit: einmal pro Woche mit dem Gummihandschuh drüber, nach der Suche im Gestrüpp Ohren und Pfoten ansehen. Zur Rute sagt der Standard, dass manche Welpen ohne sie geboren werden; sonst soll sie an der Basis gekürzt werden. Wo der Gesetzgeber das Kupieren verbietet, bleibt sie lang und wird im Stand unterhalb der Rückenlinie getragen. Afterkrallen oder Spuren ihrer Entfernung schließen einen Hund aus.
Was über seine Gesundheit bekannt ist
Für diese Rasse ließ sich keine belastbare Studie zu Krankheiten oder zur Lebenserwartung finden. Die große britische Auswertung von McMillan und Kollegen aus dem Jahr 2024 führt den Bourbonnaiser zwar in ihrer Rassenliste, rechnet für ihn aber keinen eigenen Wert aus. Der Standard verlangt, nur funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde zur Zucht einzusetzen. Frag deshalb beim Züchter nach den Untersuchungsbefunden beider Elterntiere.
Bei wem er richtig aufgehoben ist
Gut passt er zu Menschen, die ihn jagdlich führen oder ihm eine gleichwertige Aufgabe im Feld bieten und gern eng mit einem anhänglichen Hund zusammenarbeiten. Wer vor allem einen Begleiter für Stadtwege und kurze Runden sucht, wird seinem Suchtrieb nicht gerecht, und für Menschen ohne Erfahrung mit Jagdhunden ist der Einstieg mit ihm steil. Sein Platz ist dort, wo morgens Tau auf den Stoppeln liegt und jemand mit ihm hinausgeht.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 179 Braque du Bourbonnais (fci.be, deutsche Fassung vom 18.12.2006, englische vom 29.03.2006, gültiger Originalstandard vom 21.02.2006); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse aufgeführt, aber nicht ausgewertet).
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