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Pyrenäen-Hütehund mit kurzhaarigem Gesicht

Titelgrafik Hunderassen-Lexikon: Pyrenäen-Hütehund mit kurzhaarigem Gesicht

Sein FCI-Standard ist ein Anhang. Fast alles verweist auf den langhaarigen Pyrenäen-Hütehund, nur ein paar Punkte sind eigens geregelt, und die stecken schon im Namen: Kurzes, feines Haar bedeckt das Gesicht, der Fang ist etwas länger, der Körper fast quadratisch.

FCI Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde), Sektion 1 Schäferhunde, Standard Nr. 138 Chien de Berger des Pyrénées à face rase, mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland Frankreich
Größe (Widerrist) Rüden 40 bis 54 cm, Hündinnen 40 bis 52 cm
Gewicht im FCI-Standard nicht festgelegt
Lebenserwartung keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V)
Fell Gesicht mit kurzem, feinem Haar; am Körper halblang oder kürzer, am längsten an Hals und Widerrist (6 bis 7 cm) und auf der Rückenmitte (4 bis 5 cm); leichte Befransung an den Vorderläufen, Hosen an den Hinterläufen
Farben laut Standard nicht eigens geregelt, der Standard verweist auf die langhaarige Varietät: Fauve mit oder ohne schwarze Haare, Grau, Blau mit schwarzer Tüpfelung (Harlekin), Gestromt, Schwarz, auch mit begrenzten weißen Flecken

Der Hund der Viehhändler

Verbreitet war diese Varietät vor allem im Vorgebirge der Pyrenäen. Laut Bernard Sénac-Lagrange, den der Standard zitiert, schätzten sie 1927 vor allem Viehhändler und Viehtreiber. Weil sie sich deutlich von den anderen Typen unterschied, bekam sie schon in den 1920er Jahren einen eigenen Anhang im Rassestandard. Die FCI führt sie unter eigener Nummer und hat sie am 26.01.1955 endgültig anerkannt. Den Grundtyp beschreibt der Eintrag zum Langhaarigen Pyrenäen-Hütehund.

Was ihn vom Langhaar unterscheidet

Der Körper ist etwas kürzer, die Pfoten sind geschlossener und stärker gewölbt, die Winkelungen offener. In der Bewegung greift er weniger weit aus als sein langhaariger Verwandter. Mit bis zu 54 cm bei Rüden darf er etwas größer sein als der Langhaar.

Lebhaft, führig, ein wenig skeptisch

Mehr als einen Satz braucht der Standard für das Wesen nicht: lebhaft, führig, manchmal misstrauisch gegenüber Fremden. Im Alltag nimmt er Signale rasch auf und reagiert ebenso rasch auf Bewegungen. Begegnungen mit Fremden sollten von Anfang an entspannt und freiwillig bleiben.

Bürste statt Pflegemarathon

Das halblange Körperhaar macht ihn deutlich pflegeleichter als die Langhaarvarietät. Einmal pro Woche bürsten, Hosen und Fransen dabei genauer ansehen, im Fellwechsel öfter: Damit ist er gut versorgt. Täglich braucht er dagegen Beschäftigung, am liebsten Hütearbeit, Agility oder Obedience. Die FCI-Nomenklatur führt ihn mit vorgeschriebener Arbeitsprüfung.

Was Studien zeigen

Eine Lebenserwartung aus einer belastbaren Studie haben wir nicht gefunden. In einer finnischen Untersuchung zur idiopathischen Epilepsie standen 17 erkrankte und 23 gesunde Pyrenäen-Hütehunde zur Verfügung; einzelne Varianten im Gen ADAM23 waren mit den Anfällen verknüpft, die bei den untersuchten Rassen meist mit zwei bis viereinhalb Jahren begannen (Koskinen et al. 2017). Die Arbeit trennt die Varietäten nicht. Außerdem gehört der Pyrenäen-Hütehund zu den Rassen mit Merle-Anlage, die beim Harlekin sichtbar wird. Hunde mit doppelter Anlage können taub sein und haben häufig Augenfehler (Strain 2015). Zwei Harlekins gehören deshalb nie zusammen in eine Verpaarung.

Ein Hund für

Menschen, die einen handlichen, wendigen Arbeitshund mit kurzem Fell suchen und täglich trainieren möchten. Familien mit älteren Kindern und Erfahrung im Hundesport kommen gut mit ihm zurecht.

Weniger geeignet für

Haushalte mit kleinen Kindern und wenig Struktur und alle, die einen ruhigen Begleiter für kurze Gassirunden erwarten.

Titelgrafik Hunderassen-Lexikon: Pyrenäen-Hütehund mit kurzhaarigem Gesicht

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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 138 Chien de Berger des Pyrénées à face rase (fci.be, deutsche Fassung vom 06.02.2002, englische Fassung vom 15.04.2005); FCI-Standard Nr. 141 Chien de Berger des Pyrénées à poil long (fci.be, deutsche Fassung vom 07.09.2011); FCI-Rassenseite Nr. 138 (fci.be); Koskinen LL et al., ADAM23 is a common risk gene for canine idiopathic epilepsy, BMC Genetics 2017; Strain GM, The Genetics of Deafness in Domestic Animals, Frontiers in Veterinary Science 2015; McMillan KM et al., Scientific Reports 2024 (Rasse dort nicht ausgewertet).

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