Die Tierarztwaage zeigt 25 Kilo. Du nickst, weil es letztes Jahr ungefähr genauso viel war. Die Zahl sagt dir aber nur, wie schwer dein Hund ist. Ob er zu dick ist, sagt sie nicht. Ein schmal gebauter Hund kann mit 25 Kilo deutlich zu rund sein, ein kräftig gebauter mit demselben Gewicht gerade richtig.
Die Antwort liegt in deinen Händen, ganz wörtlich. Mit zwei Handgriffen und einem Blick von oben ordnest du deinen Hund auf einer Skala ein, die auch Tierarztpraxen nutzen. Aus dieser Stufe lässt sich dann ausrechnen, was er bei idealer Figur wiegen würde. Genau mit diesem Gewicht rechnet unser kostenloser Futterrechner, sobald du ihm die Figur deines Hundes verrätst.
Warum die Waage allein nichts entscheidet
Das Körpergewicht ist trotzdem die genaueste Zahl, die du über deinen Hund haben kannst. Sie braucht nur einen Partner: die Körperform. Erst beides zusammen zeigt, ob die 25 Kilo Muskeln und Knochen sind oder ob ein Polster mitwiegt, das dort nicht hingehört.
Dazu kommt, dass sich Übergewicht leise anschleicht. Wer seinen Hund jeden Tag sieht, bemerkt eine schleichende Veränderung kaum. Auf dem Papier fällt sie auf.
Drei Handgriffe: Rippen, Taille, Bauch
Du brauchst dafür keine Vorkenntnisse, nur einen Moment, in dem dein Hund ruhig steht.
Der Rippentest
Leg beide Hände flach auf seinen Brustkorb und streich mit leichtem Druck darüber. Bei idealer Figur siehst du die Rippen nicht, fühlst sie aber mit diesem leichten Druck gut. Liegt spürbar mehr Fett darüber, bist du bei Stufe 6. Sind die Rippen nur noch schwer zu fühlen, bei Stufe 7.
Der Blick von oben
Stell dich über deinen Hund und schau auf seinen Rücken. Hinter den Rippen sollte sich eine Einbuchtung zeigen, die Taille. Ist sie kaum noch zu erkennen und wirkt der Rücken breiter, spricht das für Übergewicht. Fehlt sie ganz, ist es schon deutlich.
Der Blick von der Seite
Geh in die Hocke und schau dir die Linie unter dem Bauch an. Steigt sie von der Brust nach hinten an, ist alles im Lot. Wird sie flacher oder hängt der Bauch sogar, trägt dein Hund zu viel.
Bei langhaarigen Hunden wie Collies, Neufundländern oder Spitzen hilft der Blick wenig. Hier zählt nur, was die Hände fühlen. Die echte Form zeigt sich am besten, wenn das Fell nach dem Baden nass anliegt.

Die Figur-Skala in neun Stufen
Aus Rippen, Taille und Bauchlinie ergibt sich eine Stufe zwischen 1 und 9. Die Skala ist an vielen Hunden überprüft und funktioniert mit etwas Übung auch in den Händen von Haltern. Rechts steht jeweils, wie weit das Gewicht ungefähr vom Idealgewicht abweicht.
| Stufe | So fühlt und sieht es sich an | Abweichung vom Idealgewicht |
|---|---|---|
| 1 und 2: sehr dünn bis abgemagert | Rippen, Wirbelsäule und Beckenknochen deutlich zu sehen, kein Fett darüber, stark hochgezogener Bauch | rund 30 bis über 40 % darunter |
| 3: dünn | Rippen gut zu sehen oder mit kaum Fett darüber zu fühlen, ausgeprägte Taille | 20 bis 30 % darunter |
| 4: schlank, noch ideal | Rippen leicht zu fühlen mit wenig Fett darüber, Taille deutlich | 10 bis 15 % darunter |
| 5: ideal | Rippen nicht zu sehen, aber gut zu fühlen, Taille erkennbar, Bauch steigt an | 0 % |
| 6: leicht übergewichtig | Rippen mit etwas mehr Fett darüber noch zu fühlen, Taille und Bauchlinie weniger deutlich | 10 bis 15 % darüber |
| 7: übergewichtig | Rippen schwer zu fühlen, kaum Taille, Rücken etwas breiter | 20 bis 30 % darüber |
| 8: stark übergewichtig | Rippen kaum noch zu fühlen, keine Taille, Fettpolster an Rücken und Hals | 30 bis 45 % darüber |
| 9: fettleibig | Rippen nicht zu fühlen, deutlicher Hängebauch, Fett auch an Gesicht, Beinen und Leiste | mehr als 45 % darüber |
Das Ziel für einen gesunden erwachsenen Hund liegt bei Stufe 4 bis 5. Beide gehören zum Idealbereich, und ein gesunder Hund auf Stufe 4 muss nicht zunehmen. Hunde in diesem Bereich leben im Schnitt gesünder und länger als übergewichtige.
Vom Waagengewicht zum Idealgewicht
Hier kommt die Rechnung, die den Unterschied macht. Den Futterbedarf eines übergewichtigen Hundes rechnet man nie für sein aktuelles Gewicht, sondern für sein Idealgewicht. Sonst füttert man das Übergewicht einfach mit.
Die Formel ist kurz: aktuelles Gewicht geteilt durch (1 plus Abweichung in Prozent geteilt durch 100). Für die Abweichung nimmst du die Mitte des Bereichs aus der Tabelle.
Ein Rechenbeispiel: Ein Hund wiegt 25 Kilo und liegt bei Stufe 6. Die Tabelle nennt für Stufe 6 eine Abweichung von 10 bis 15 Prozent, die Mitte sind 12,5 Prozent.
- 1 + 12,5 ÷ 100 = 1,125
- 25 ÷ 1,125 = rund 22,2 Kilo Idealgewicht
Genau das macht der Futterrechner, wenn du dort 25 Kilo und Stufe 6 einträgst: Er rechnet mit etwa 22,2 Kilo weiter. Bei Stufe 4 und 5 bleibt es beim Gewicht von der Waage, bei Stufe 1 bis 3 wird aus dem Plus ein Minus und das Rechengewicht liegt über dem aktuellen.
Was die 2,8 Kilo an Futter ausmachen
Der Unterschied klingt klein, reicht aber weit. Nehmen wir für unseren Rechenhund den Faktor 110 für einen mäßig aktiven Hund. Mit 25 Kilo gerechnet ergibt das rund 1.230 Kilokalorien am Tag, mit 22,2 Kilo rund 1.126. Beim Beispiel-Trockenfutter aus dem Buch mit 374 Kilokalorien pro 100 Gramm sind das 329 Gramm gegen 301 Gramm, fast 30 Gramm Unterschied, jeden Tag. Wie die Rechnung vom Gewicht bis zur Grammzahl im Einzelnen läuft, steht in unserem Beitrag Futtermenge beim Hund berechnen: So viel braucht dein Hund wirklich.
Das Ergebnis bleibt eine Schätzung. Die Skala arbeitet mit Bereichen, und Hunde sind verschieden gebaut. Ein kräftiger Hund kann bei Stufe 5 etwas mehr wiegen, als die Formel sagt, ein zierlicher weniger. Nimm das Idealgewicht deshalb als erstes Zwischenziel und bewerte neu, wenn dein Hund dort angekommen ist.
Langsam abnehmen, und zwar mit Plan
Liegt dein Hund bei Stufe 6 oder darüber, ist der naheliegende Gedanke: einfach etwas weniger geben. Das geht oft schief. Wer „etwas weniger“ gibt, gibt meist zu wenig weniger, der Hund nimmt kaum ab, und nach ein paar Monaten ist alles wie vorher. Außerdem schrumpfen mit der Menge auch Protein, Mineralstoffe und Vitamine, die er beim Abnehmen weiter voll braucht.
Ein echter Abnehmplan beginnt deshalb in der Tierarztpraxis. Dort wird geschaut, ob hinter dem Gewicht eine Krankheit steckt, und ihr legt Zielgewicht und Energiemenge gemeinsam fest. Für das Abnehmen wird mit dem Idealgewicht und einem deutlich kleineren Faktor gerechnet als im Alltag. Welcher Faktor passt, bestimmt die Praxis.
Beim Tempo gilt: Die Leitlinie nennt 1 bis 2 Prozent des Körpergewichts pro Woche. Schneller ist nicht besser, weil dann mehr Muskulatur verloren gehen kann. Für unseren 25-Kilo-Hund wären das 250 bis 500 Gramm in der Woche. In einer großen Abnehmstudie haben Hunde im Alltag im Mittel 0,9 Prozent pro Woche verloren. Rechne also lieber mit etwas mehr Geduld.
Ein paar Dinge helfen im Alltag:
- Alles zählen. Zwei Wochen lang aufschreiben, was wirklich in den Hund geht: Mahlzeiten, Leckerlis, Kauartikel, das Stück Wurst für die Tablette. Füttern mehrere Menschen mit, schreibt jeder auf.
- Leckerlis abziehen, nicht dazugeben. Höchstens ein Zehntel der Tagesenergie, und das geht von der Menge im Napf ab. Der Futterrechner fragt Leckerlis und Kauartikel deshalb einzeln ab und zieht ihre Energie vor der Grammzahl ab.
- Den Trend bewerten, nicht die Woche. Das Gewicht schwankt mit Kot, Harn und Wasser. Es zählt der Verlauf über zwei bis vier Wochen.
- Richtig wiegen. Gleiche Waage, gleiche Tageszeit, am besten morgens vor dem Füttern. Mittlere und große Hunde wiegst du, indem du dich erst allein und dann mit dem Hund auf dem Arm auf die Personenwaage stellst.
Ein letzter Punkt, der gern überrascht: Bewegung hilft, rechnet sich aber anders als gedacht. Drei Kilometer zügiges Gehen verbrauchen bei einem 20-Kilo-Hund rund 66 Kilokalorien, weniger als eine Handvoll Trockenfutter. Abgenommen wird am Napf. Und dort hilft vor allem eins: Futter abwiegen, nicht schätzen. Wenn der Napf dafür einen festen Platz neben der Küchenwaage bekommt, findest du einen passenden bei unseren Futternäpfen.
Wann du zur Tierarztpraxis gehst
Der Rippentest ersetzt keine Untersuchung. In diesen Fällen gehört dein Hund in die Praxis:
- Er liegt bei Stufe 6 oder höher und soll abnehmen. Zielgewicht und Energiemenge legt ihr dort gemeinsam fest, und auch jede spätere Änderung der Menge sprichst du vorher ab.
- Er liegt bei Stufe 3 oder darunter, ohne dass du einen Grund kennst.
- Er nimmt deutlich zu oder ab, obwohl sich an Futter und Bewegung nichts geändert hat. Auch eine Krankheit wie eine Unterfunktion der Schilddrüse kann beim Gewicht mitspielen.
- Es geht um einen Welpen, eine tragende oder säugende Hündin oder einen kranken Hund. Sie nehmen nur unter tierärztlicher Aufsicht ab.
Dein nächster Schritt
Nimm dir heute zwei Minuten, leg die Hände auf den Brustkorb deines Hundes und schau von oben auf seinen Rücken. Mit der Stufe, die du dabei findest, und seinem Gewicht rechnet der Futterrechner dir das Idealgewicht und die passende Tagesmenge aus. Alle zwei Wochen wiegen und abtasten, und du merkst eine Veränderung, lange bevor die Waage beim Tierarzt sie verrät.
Die Körperbewertung, das Idealgewicht und einen vollständigen Abnehmplan für drei Modellhunde findest du in unserem Buch „Hundeernährung und Futterplan“, mit Arbeitsblättern für das Tagebuch und die Wochenkontrolle. Mehr dazu auf unserer Bücherseite oder direkt bei Amazon.
Und wenn die Taille wieder zu sehen ist, darf sie auch an die Wand: als Hundeportrait im Stil deiner Wahl.
Passend dazu: der Futternapf mit dem Namen deines Hundes, aus Edelstahl mit Motivband.
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Quellen: FEDIAF Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, Publication September 2025 (Körperbewertung, Energiebedarf); Brooks D. et al. (2014): AAHA Weight Management Guidelines for Dogs and Cats, J Am Anim Hosp Assoc 50(1) (Abnehmtempo, Leckerli-Anteil); Flanagan J. et al. (2017): Success of a weight loss plan for overweight dogs: The results of an international weight loss study, PLoS One 12(9): e0184199, doi:10.1371/journal.pone.0184199 (Abnahme im Alltag, im Mittel 0,9 Prozent pro Woche). Abgerufen am 26.09.2026. Die Rechenbeispiele folgen dem Buch „Hundeernährung und Futterplan“ von Print my Pet.

